„Ich war im Fitnessstudio – es hat einfach nichts gebracht“
Stephan Jung steht als Keynote Speaker auf Bühnen und hat ein Buch über Mut zur Zukunft geschrieben. Als wir uns trafen, wog er exakt 100 Kilo und wusste, dass das zu viel ist.
- Wer
- Stephan Jung, 60 Jahre
- Was er macht
- Keynote Speaker zu Zukunft, Trends und Innovation, Buchautor – und Geschäftsführer der InoventiQ Asset Management GmbH
- Ausgangslage
- Exakt 100 kg. Im Fitnessstudio angemeldet, ging auch hin – ohne dass sich etwas bewegte
- Programm
- Testo Reload –
1:1-Begleitung mit Blutwerten
sechs Monate - Körper
- 12 kg leichter – dabei 16 kg Fett verloren und 6 kg Muskeln aufgebaut
- Biologisches Alter
- 45, geschätzt von seinem Fitnessarmband
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Das Gespräch in voller Länge, ungeschnitten.
Der Fehler, den er nicht finden konnte
Stephan Jung war nicht untätig. Er war im Fitnessstudio angemeldet und ging auch hin. Es brachte nur nichts.
Das ist die Situation, in der die meisten zu mir kommen – nicht Bequemlichkeit, sondern Aufwand ohne Ertrag. Seine eigene Formulierung: Er musste die Fehler identifizieren, und einige kannte er sogar. Was fehlte, war jemand, der klar sagt, was stattdessen zu tun ist.
Mein Bild dafür ist ein Baum, den man in Beton pflanzt. Die Pflege kann richtig sein, der Boden trägt sie nur nicht. Erst wenn die Störfaktoren weg sind, fängt das an zu wirken, was man ohnehin schon richtig macht.
„Ich war schon im Fitnessstudio angemeldet, ich bin dorthin gegangen und habe einfach festgestellt: Das bringt nichts. Wo liegt der Fehler?"
Stephan Jung, 60, Keynote SpeakerWas wir verändert haben
- Vier Wochen Darmsanierung. Sein Urteil: hat keinen Spaß gemacht, hat sich aber gelohnt. Vier Wochen Disziplin seien auszuhalten.
- Proteinmenge berechnet statt geschätzt – bei ihm 180 bis 200 Gramm am Tag, erreichbar über Fisch, Geflügel und einen Proteinmix.
- Fünfmal die Woche Sport, je 45 Minuten, abwechselnd Oberkörper, Unterkörper, Ausdauer. Nicht mehr Zeit als vorher – nur anders verteilt.
- Eine halbe Stunde zügig gehen nach dem Mittagessen. Unspektakulär, rund 200 Kalorien, jeden Tag. Er nennt es selbst einen simplen Tipp – und genau solche summieren sich.
- Schlaf, immer wieder nachjustiert. Der Punkt, an dem wir am längsten gearbeitet haben, und der sich am deutlichsten verändert hat.
Das Vorgehen war iterativ, und das ist keine Schwäche des Systems, sondern seine Funktionsweise: Es muss nicht allgemein funktionieren, es muss bei ihm funktionieren. Stefan beschreibt es so, dass immer noch eine Idee kam, wenn ein Wert noch nicht optimal war.
Was dabei herausgekommen ist
12 Kilo weniger auf der Waage – aber die interessantere Zahl steht dahinter: 16 Kilo Fett verloren, 6 Kilo Muskeln aufgebaut. Wer nur wiegt, sieht davon die Hälfte.
Sein Fitnessarmband schätzt sein biologisches Alter auf 45, bei knapp 61 echten Jahren.
Und die Rückmeldung von außen, die er am häufigsten bekommt: ob das Foto bearbeitet sei. Seine Anzüge passen nicht mehr – er nennt es ein Luxusproblem.
Was sein Hausarzt dazu sagt
Stephan Jung hat die Werte, an denen wir gearbeitet haben, seinem Hausarzt vorgelegt. Dessen Einschätzung: gute Werte.
Zwei der Werte konnte die Praxis nicht liefern. Das ist kein Vorwurf an den Arzt – ein großes Blutbild heißt groß, enthält aber im Wesentlichen Werte, die Krankheit ausschließen sollen. Ob jemand leistungsfähig ist, steht dort nicht.
Genau dazwischen arbeite ich: nicht anstelle des Arztes, sondern an den Werten, nach denen im Routinelabor niemand fragt, solange nichts kaputt ist.
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Zweifach TÜV-zertifizierter Health-Coach · Autor · mehr über meinen Werdegang