„Ohne diese Vorbereitung wäre ich früher erschöpft gewesen“
Rico Kovats hat innerhalb eines halben Jahres den Familienbetrieb übernommen und die Hochsaison durchgezogen. Genau in diesem halben Jahr haben wir zusammengearbeitet. Was sich verändert hat – und was nicht.
- Wer
- Rico Kovats, 32 Jahre
- Was er macht
- Unternehmer in zweiter Generation – Insektenschutz-Systeme für Fenster und Türen, Fachpartner in Österreich, Deutschland und der Schweiz
- Programm
- Testo Reload –
1:1-Begleitung mit Blutwerten
6 Monate, ein Call pro Woche - Was sich messbar verändert hat
- 85 kg → 78 kg, ohne Muskelmasse zu verlieren
- Was er selbst am höchsten gewichtet
- Dass er die stressigste Phase seines Jahres ohne Einbruch überstanden hat
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Das Gespräch in voller Länge, ungeschnitten.
Wie es vorher war
Rico war nicht untrainiert. Zwei Jahre zuvor, in der Anfangszeit seiner Selbstständigkeit, war er regelmäßig auf dem Rennrad, hat etwas Krafttraining gemacht, und es ging ihm gut dabei. Dann kam das Geschäft dazwischen – so, wie es bei fast jedem kommt, den ich begleite.
Was er beschreibt, als wir uns in einem Unternehmernetzwerk kennenlernten, kennen viele:
- Träge – „ich komme nicht so ins Handeln“
- Schlecht geschlafen, und morgens schon geschlaucht aufgestanden
- Nachmittagsloch, das er mit Kaffee überbrückt hat
- Ernährung lief nebenher mit, ohne bewusste Entscheidung
Nichts davon ist dramatisch. Genau das ist das Problem – es ist unauffällig genug, um es jahrelang hinzunehmen.
Sein Einwand, bevor wir angefangen haben
Er hatte genau einen, und es ist derselbe, den ich in fast jedem Erstgespräch höre: Wie bekomme ich das zeitlich unter einen Hut?
Die Antwort war nicht, dass er sich mehr Zeit nehmen sollte. Ein fester Call pro Woche, dazwischen der Austausch über WhatsApp, und wenn ein Termin nicht ging, wurde er verschoben statt gestrichen. Rico sagt dazu im Interview, ich hätte ihm „ziemlich viel Druck genommen“. Das ist kein Nebensatz – wer ohnehin am Limit arbeitet, bricht ein Programm ab, das sich wie eine weitere Verpflichtung anfühlt.
Was wir verändert haben
Nichts davon war spektakulär. Das ist Absicht: Was in einer ruhigen Woche funktioniert, aber in einer vollen nicht, taugt für einen Unternehmer nicht.
- Kraft statt nur Ausdauer. Rico hat vorher fast ausschließlich Cardio gemacht. Dazu kamen zwei bis drei gezielte Krafteinheiten pro Woche, angeleitet über eine App, regelmäßig gemeinsam durchgesprochen.
- Ernährung bewusst statt nebenher, mit einem Schwerpunkt auf der Verdauung. Das war für ihn im Rückblick das größte Aha – „was Ernährung oder gewisse Nährstoffe mit dem Körper machen“.
- Schlaf und Erholung als eigenen Punkt, nicht als Restgröße dessen, was der Tag übrig lässt.
- Auf die eigenen Signale hören – früher merken, wann es zu viel wird, statt erst dann, wenn der Körper die Entscheidung übernimmt.
Was ausdrücklich nicht dabei war: Präparate, Hormongaben, Chemie. Rico sagt es im Interview selbst – es ging um Lebensmittel und Routinen, nicht um Substanzen.
Was dabei herausgekommen ist
Die Zahl, die am leichtesten zu erzählen ist: Er startete bei gut 85 kg auf 1,77 m und war zwischenzeitlich bei knapp 78 – ohne dass Muskelmasse verloren ging. Inzwischen hat er wieder etwas zugelegt, nach eigener Aussage Muskelmasse.
Die Dinge, die er selbst höher gewichtet, lassen sich schlechter in eine Zahl fassen:
- Schlaf und Erholung haben sich spürbar verändert
- Das Nachmittagsloch fiel weg – und damit der Kaffee, mit dem er es vorher überbrückt hat
- Das Umfeld hat es nach etwa zwei Monaten bemerkt, obwohl außer seiner Partnerin niemand wusste, dass er etwas verändert – „hey, irgendwas ist anders bei dir“
- Beim Radfahren mehr Ausdauer als vorher
Der eigentliche Test kam danach
Das halbe Jahr unserer Zusammenarbeit fiel mit zwei Dingen zusammen, die einzeln schon reichen würden: Rico hat den Betrieb seines Vaters übernommen, und im Sommer läuft sein Geschäft auf Hochtouren – wer Insekten im Büro hat, kauft dann, nicht im Januar.
Er hat den Körper in dieser Zeit ans Limit gebracht, das sagt er selbst. Der Unterschied war, worauf er dabei zurückgreifen konnte.
Das ist der Punkt, um den es mir bei Geschäftsführern eigentlich geht. Nicht die Zahl auf der Waage, sondern die Reserve, die da ist, wenn es darauf ankommt. Testosteron ist dabei nicht eine von vier Flammen neben Business, Familie und Gesundheit – es ist das Gas, das alle gleichzeitig brennen lässt.
Ein Nachsatz, der mir wichtig ist
Rico ist 32. Die meisten, die zu mir kommen, sind zwischen 40 und 65 und merken den Abfall, weil sie ihn mit früher vergleichen können. Er hat angefangen, bevor es weh tat.
Das ist der unspektakulärste und zugleich wertvollste Teil dieser Geschichte. Ich erlebe regelmäßig, dass jemand fünfzehn oder zwanzig Jahre ein Unternehmen führt und dabei irgendwann aufhört, etwas für sich selbst zu tun. Was Rico jetzt aufbaut, trägt ihn nicht durch dieses Jahr, sondern durch die nächsten dreißig.
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Zweifach TÜV-zertifizierter Health-Coach · Autor · mehr über meinen Werdegang