Fallbeispiel

„Das setzt nicht an der Ursache an, sondern behandelt Symptome“

Wolfgang Schneiders Urologe stellte einen niedrigen Testosteronwert fest und bot eine Ersatztherapie an. Er hat sich eingelesen und abgelehnt. Was danach passierte – mit 64 Jahren und im Schichtdienst.

Wer
Wolfgang Schneider, 64 Jahre
Was er macht
IT-Bereich, mit versetzten Arbeitszeiten
Ausgangslage
Niedriger Testosteronwert, Vorstufe eines Typ-2-Diabetes – und das Angebot einer Ersatztherapie, das er ausgeschlagen hat
Programm
Testo Reload – 1:1-Begleitung mit Blutwerten
ein halbes Jahr
Freies Testosteron
+32 %, im Blut gemessen – beim eigenen Urologen, nicht bei uns
Körper
rund 5 kg leichter bei gleichzeitigem Muskelaufbau

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Das Gespräch in voller Länge, ungeschnitten.

Die Entscheidung, die am Anfang stand

Wolfgang hatte seinen Wert schon vor unserem Kennenlernen bestimmen lassen. Sein Urologe fand ihn zu niedrig und stellte eine Testosteron-Ersatztherapie in Aussicht.

Er hat sich stattdessen eingelesen. Seine Schlussfolgerung formuliert er im Interview knapp:

Ich will dazu eines klarstellen: Eine Ersatztherapie ist eine ärztliche Entscheidung und für manche Männer die richtige. Wolfgang hat sie für sich abgelehnt und den anderen Weg gewählt. Diese Seite dokumentiert seinen Verlauf – sie ist kein Rat, eine ärztlich empfohlene Behandlung auszuschlagen.

„In dem Moment, wo man die Medikamente absetzt, geht das alles wieder zurück. Es setzt nicht an der Ursache an, sondern ist nur Behandlung der Symptome."

Wolfgang Schneider, 64

Was bei ihm dazukam

Kurz vorher war bei ihm die Vorstufe eines Typ-2-Diabetes festgestellt worden. Er hatte daraufhin aus eigener Kraft bereits 16 Kilo abgenommen und die Werte normalisiert.

Beim Weiterlesen stieß er auf den Zusammenhang, der ihn dann zu mir führte: Gegen den Abbau hilft Muskelaufbau – und wie gut Muskelaufbau funktioniert, hängt wiederum am Testosteronspiegel. Seine Formulierung dafür: ob die Schinderei überhaupt zu etwas führt.

Was wir verändert haben

  • Eine breitere Diagnostik, als sie beim Hausarzt üblich ist – einschließlich einer Analyse der genetischen Veranlagung. Sein Fazit: Man strampelt, wundert sich, dass nichts vorangeht, und weiß nicht, ob man mit oder gegen die eigene Veranlagung arbeitet.
  • Krafttraining mit Kettlebells – bei ihm in einem Umfang, über den er selbst schmunzelt.
  • Schritte sammeln, täglich strammes Gehen. Unspektakulär, aber das, was im Schichtdienst verlässlich funktioniert.
  • Ernährung angepasst statt umgeworfen – er hatte durch die Diabetes-Vorstufe schon vieles umgestellt.

Was dabei herausgekommen ist

32 Prozent mehr freies Testosteron – und der Weg der Messung ist hier das Bemerkenswerte: Der Ausgangswert stammt von seinem Hausarzt, der Endwert von seinem Urologen bei der Vorsorgeuntersuchung. Beide Male Blut, beide Male nicht bei uns.

Rund fünf Kilo leichter, bei gleichzeitigem Muskelaufbau. Das Gewicht bewegte sich zwischenzeitlich kaum – der Gürtel aber schon.

Sein eigener Tipp dazu ist der beste praktische Rat dieses Interviews: Wer Kraftsport macht, verliert Fett und legt Muskeln zu; die Waage zeigt dann lange nichts. Wer sich nur nach dem Gewicht richtet, hört genau dann auf, wenn es anfängt zu wirken.

Das ist der individuelle Verlauf von Wolfgang Schneider. Ergebnisse hängen von der Ausgangslage ab. Er war zu Beginn der älteste Klient, den wir begleitet haben. Dieser Bericht ist eine dokumentierte Einzelerfahrung und kein Versprechen für den eigenen Fall – und ausdrücklich keine Empfehlung gegen eine ärztlich verordnete Therapie.

Was offen geblieben ist

Sein Stresslevel. Er sagt es selbst: Aus privaten Gründen ist das derzeit schwer zu ändern, und er weiß, dass genau das seinen Wert bremst.

Das ist ehrlicher als jedes Rundum-Ergebnis. Stress ist bei fast allen, die ich begleite, der Faktor, der sich am schwersten bewegen lässt – weil er selten am Verhalten liegt und meistens an den Umständen.

Wem er es empfehlen würde

Seine Antwort: ab 50. Davor sei man ohnehin leistungsfähiger, danach merke man, wie der Abbau sich anbahnt – und genau dort lasse sich am meisten gegensteuern.

Er war lange mein ältester Klient. Inzwischen habe ich einen, der noch etwas älter ist.

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Alexander Djordjevic
Begleitet von Alexander Djordjevic
Zweifach TÜV-zertifizierter Health-Coach · Autor · mehr über meinen Werdegang
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände. Wir arbeiten bei allem Medizinischen mit Fachärzten zusammen. Die hier geschilderte Erfahrung wird mit ausdrücklicher Einwilligung des Genannten veröffentlicht.