Abnehmen ohne Sport: Joachim Blank, 50, von 92 auf 80 Kilo – erst die Ernährung, dann der Rest
„Ich habe dir ja gesagt: Ich habe eigentlich gar keine Zeit, jetzt irgendwas zu machen.“
Joachim war 25 Jahre Banker und führt seit rund acht Jahren seine eigene Firma. Früher Zehnkämpfer, danach 25 Jahre kaum Sport – und irgendwann zeigte die Waage eine Neun vorne. Sein Kalender ließ kein tägliches Training zu. Also haben wir dort angefangen, wo es ohne zusätzliche Zeit geht: beim Essen. Sechs Monate haben wir zusammengearbeitet.
- Wer
- Joachim Blank, 50 Jahre, Schwabe, zwischen Heilbronn und Ludwigsburg
- Was er macht
- Gründer des IBE Institut für betrieblichen Erfolg, Benefit-Makler für Mitarbeiter-Benefits, Team von zehn – davor 25 Jahre Banker
- Programm
- Testo Reload –
1:1-Begleitung
6 Monate - Was sich messbar verändert hat
- 92 kg → 78/79 kg zum Programmende, seitdem stabil um 80 kg · freies Testosteron von rund 80 auf 128 pg/ml (Laborwert, im Interview genannt)
- Was er selbst am höchsten gewichtet
- Dass das Gewicht über ein Jahr später hält – auch in Monaten mit „150 Prozent“ Stress
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Das Gespräch in voller Länge, ungeschnitten.
Wie es vorher war
Joachim war bis 23 Leistungssportler, Zehnkampf. Danach kamen Bank, Familie, die eigene Firma – und Sport fand 25 Jahre lang kaum noch statt.
Mit einer Acht vorne auf der Waage hat er sich noch arrangiert. Dann stand dort eine Neun. Für jemanden, der jahrelang knapp über 70 Kilo gewogen hatte, war das der Punkt: „Der Zeiger auf der Waage hat die falsche Zahl angezeigt, und dann habe ich gesagt, da will ich was dran ändern.“
Sein Ziel war klar: wieder eine Sieben vor dem Komma. Seine Bedingung auch: Er hatte keine Zeit, jeden Tag oder mehrmals pro Woche zu trainieren.
Warum wir nicht mit Sport angefangen haben
Nach dem ersten Gespräch war Joachim, wie er sagt, „erst mal desillusioniert“ – von allem, was es zu verändern gab. Die Antwort war, es in Stufen zu machen.
Der übliche Rat lautet: mehr Bewegung. Für einen Unternehmer mit vollem Kalender ist das oft genau der Teil, der nach zwei Wochen wieder wegbricht. Deshalb haben wir mit dem Thema angefangen, das aus Joachims Sicht das schwierigere war – der Ernährung –, und das Training bewusst nach hinten geschoben.
- Klare Regeln statt Kalorienzählen. Wenig Kohlenhydrate, mehr Salat und Gemüse, Fleisch und Wurst weiter wie bisher. Dass das Fleisch bleiben durfte, war für ihn entscheidend: „Wenn das nicht gegangen wäre, wäre es schwierig gewesen.“
- Vorbereitete Mahlzeiten. Joachim ist kein Koch. Ein Teil des Essens kam vorgekocht und tiefgekühlt ins Haus – trotzdem stand er im halben Jahr nach eigener Aussage „mehr in der Küche als in den 20 Jahren davor“.
- Familie und eigener Teller. Die Kinder aßen weiter, was sie wollten, Joachim aß seins. Die gemeinsame Zeit am Tisch blieb.
- Regeln für unterwegs. Was bestellt man im Restaurant, wenn man frei wählen kann? Zum Beispiel ein Schnitzel mit Salat statt mit Spätzle.
- Ehrlichkeit in den 1:1-Gesprächen. Wo etwas nicht funktioniert hat, hat er es gesagt – „mein Glas Wein lass ich nicht weg“. Dann haben wir Lösungen gesucht, die er durchhält. Nicht jeder erste Weg war der beste.
Das Training kam später – und klein. Kettlebell-Einheiten, die pro Tag wenig Zeit brauchen, eine Zeit lang zusammen mit seinem Sohn im Fitnessstudio, dazu spürbar mehr Schritte im Alltag. Beim Telefonieren läuft er heute auch mal um den Schreibtisch, statt nur zu sitzen.
Was dabei herausgekommen ist
Zum Ende der sechs Monate wog Joachim 78 bis 79 Kilo – von 92 kommend. Heute, gut ein Jahr später, liegt er seit Monaten stabil um 80 Kilo.
Das Labor zeigt dieselbe Richtung: Sein freies Testosteron lag zu Beginn bei rund 80 pg/ml, zum Abschluss bei 128 pg/ml.
Und es gibt Dinge, die keine Waage misst. Im letzten Skiurlaub war er nach vier Tagen auf der Piste „immer am Hecheln“ – das ist vorbei. Seine Rückenbeschwerden, die er im ersten Gespräch als Ziel genannt hatte, sind nach eigener Aussage verschwunden; selbst ein Stadionbesuch war ihm vorher zu lang zum Stehen. „Das hat sich alles so ergeben, das war am Ende die Summe aus allem.“
80/20 statt 100 Prozent – warum es hält
Joachim sagt sehr offen, dass er sich nicht immer zu 100 Prozent an die Vorgaben gehalten hat. „100 hätte ich nicht geschafft, das ist klar.“ In der ersten Phase waren es eher 80/20, heute ist es manchmal 60/40 oder 50/50 – mit Spätzle, Pommes und dem Glas Wein, ab und zu.
Genau das ist der Grund, warum es hält. Abnehmen kann fast jeder, wenn er sich eine Weile anstrengt. Die eigentliche Frage ist, ob das Ergebnis bleibt, wenn das Programm vorbei ist und der Alltag wieder voll zuschlägt. Bei Joachim kamen nach dem Programm Monate, in denen sein Stress „nicht 100, sondern 150 Prozent“ war. Das Gewicht hat trotzdem gehalten.
Wie das Halten im Detail funktioniert, beschreibt auch Björn Kuiper in seinem Fallbeispiel.
Was andere Unternehmer daraus mitnehmen können
Joachim kannte als früherer Athlet vieles schon in der Theorie. Sein Fazit ist trotzdem nicht „mehr Wissen“, sondern: „Tun ist das Erfolgsgeheimnis.“
Wer keine Zeit für Sport hat, muss nicht warten, bis er sie hat. Die Reihenfolge macht den Unterschied: zuerst das, was ohne zusätzliche Stunden geht, und dann Schritt für Schritt das, was dazukommen kann.
„Alex, danke für die professionelle Begleitung – kannst du auf jeden Fall jedem weiterempfehlen."
Joachim Blank, 50, UnternehmerWo stehst du gerade?
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Zweifach TÜV-zertifizierter Health-Coach · Autor · mehr über meinen Werdegang